17.06.2008 | 18:30 | Ruhr-Universität | AZ im Kulturcafé

Zur Kritik des Biologischen Determinismus

Vortrag von und Diskussion mit Vanessa Lux

Ausgehend von Marx‘ Kritik an Feuerbach stellt sich aus historisch-materialistischer Perspektive die Frage, wie die biologische Grundlage des Menschen im Sinne seiner Naturgeschichte zu fassen ist.


Wie schon von Marx und Engels diskutiert, bietet Darwins Evolutionstheorie hierfür eine mögliche theoretische Grundlage. Ohne einen Begriff von der Gesellschaftlichkeit des Menschen und insbesondere seiner gesellschaftlichen Natur führt deren Übernahme jedoch schnell zu biologischem Determinismus bis hin zum Sozialdarwinismus. Aktuelle Beispiele sind Soziobiologie und Evolutionäre Psychologie: einerseits Speerspitze gegen den Kreationismus in den USA, stellen sie andererseits Konzepte bereit, die der Legitimierung gesellschaftlicher Ungleichheit dienen. Zentral für solche biologisch-deterministischen Argumentationen ist dabei nicht nur die Ausblendung von gesellschaftlicher Produktion und Reproduktion, sondern auch eine reduktionistische Fassung der verschiedenen Ebenen biologischer Prozesse und ihres Verhältnisses zueinander.

Der Beitrag kritisiert diesen Reduktionismus am Beispiel der Genetik psychischer Prozesse und aus der Perspektive der Kritischen Psychologie, die den Menschen auf der Grundlage der Rekonstruktion der Psychophylogenese als handelndes Subjekt im Spannungsfeld zwischen objektiver Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung konzeptionalisiert.


Vanessa Lux, Studium der Psychologie in Berlin, promoviert zur Bedeutung der Entwicklungen in der modernen Genetik für die psychologische Praxis.

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