16.6.15 | 19.15 | Uni Essen | Raum V13 S00 D50

Hannah Arendts "Banalität des Bösen". Ein geeignetes Konzept zum Verständnis der Täter des Holocaust?


Hannah Arendt geht davon aus, dass „Niemande“ die Gesellschaften des 20. Jahrhunderts bevölkern. Die Motive der Entpersonalisierung und der „Herrschaft des Niemand“ prägen ihre Moderne-Diagnose und dienen ihr zugleich als Schlüssel zum Verständnis der ‚totalitären‘ Verbrechen und der „Banalität des Bösen“, die dort zum Vorschein gekommen sein soll.

Der Vortrag skizziert, welche Bedeutungsebenen das Konzept der Herrschaft des Niemand aufweist, wie es die Überlegungen Arendts vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis hin zu ihrem berühmten Eichmann-Portrait bestimmt und welche Probleme das damit etablierte Bild des modernen Menschen bei der Annäherung an die Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Shoah, mit sich bringt.


Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Uni Oldenburg. Er promovierte 2008 zur Neuen Marx-Lektüre in der Bundesrepublik und veröffentlicht zum Thema des Vortrags in Kürze das Buch Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt, Würzburg 2015. Online-Texte unter: http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/