29.4.14 | 19.00 | Berlin, Helle Panke

"Das wankende Abendland" des Gottfried Benn


"Auch heute bin ich der Meinung, dass der N. S. ein echter und tiefangelegter Versuch war, das wankende Abendland zu retten. Dass dann ungeeignete und kriminelle Elemente das Übergewicht bekamen, ist nicht meine Schuld und war nicht ohne weiteres vorauszusehen." Dieser frappierende Satz Gottfried Benns aus dem Jahr 1949 ist der Ausgangspunkt der Überlegungen zu diesem Dichter und Denker, der sicherlich zu den schillerndsten, aber auch zu den umstrittensten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts gehört. Die im Vortrag unternommene Neuinterpretation ist zugleich eine Rekonstruktion des "heroischen Realismus", einer zwischen Geschichtsphilosophie, Verhaltenslehre und künstlerischer Stilrichtung oszillierenden Denkrichtung, zu der neben Benn vor allem Oswald Spengler und Ernst Jünger gehören.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Helle Panke e.V.


Referent: Alexander Lahl, hat Geschichte und Kulturwissenschaften in Berlin, Wrocław und Frankfurt (Oder) studiert. Er lebt als freiberuflicher Autor und Filmemacher in Berlin. Zuletzt erschien von ihm die Graphic Novel "17. Juni. Die Geschichte von Armin und Eva" im Verlag Metrolit.