26.11.13 | 19.00 | Ruhr-Universität Bochum | HGC 30

Carl Schmitts faschistischer Begriff des Politischen und seine Nachwirkung in der Gegenwart


Carl Schmitt (1888-1985) gilt heute nicht nur der Neuen Rechten als Meisterdenker, auch einige Linke sehen in ihm den Begründer einer wegweisenden Theorie ‚des Politischen‘. Der Vortrag skizziert dagegen kritisch den genuin faschistischen Gehalt von Schmitts Politik- und Rechtsbegriff: Zum einen versucht Schmitt mittels der Behauptung einer überlegalen ‚Verfassungssubstanz‘ rechtsstaatliche Schutzmechanismen und die Möglichkeit nicht kapitalkonformer Eingriffe des Parlaments abzuwehren, zum anderen vertritt er einen um Feindschaft und die Bejahung des Krieges zentrierten, letztlich in der Feier des möglichen Opfers des Individuums resultierenden Begriff des Politischen. Der Vortrag soll auch zeigen, in welcher Form dieses Denken in den heutigen Debatten über die ‚Selbstbehauptung des Rechtsstaats‘ (Depenheuer) und über den ‚Kampf gegen Kosmopolitismus und Universalismus‘ (Mouffe) aufgegriffen und fortgeschrieben wird.


Ingo Elbe, Dr. phil., geb. 1972, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und Lehrbeauftragter im Fachgebiet Sozialphilosophie der FH Düsseldorf tätig.